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Mensa 2.0: Das Mensakollektiv

Aktualisiert: März 6

Ein Bericht aus der Zukunft:

Alle für einen, eine Mensa für alle.



Matschige Möhrchen und blasser Brei? Das muss nicht sein. Wenn es nach den Betreibern des Mensakollektivs Bavaria geht, gehört derartiger Kantinenhorror der Vergangenheit an.

Mit Inspirationsräumen und Moodboards werden hier Menüs akribisch geplant, Sterneköche und Szeneblogger geben ihren Senf dazu, und der Essensplan wird anschließend als Social Media Story präsentiert – natürlich mit der Möglichkeit zu direktem Feedback seitens der Konsumenten.

Was an vielen Unis noch wie ein fernes Wunschszenario klingt, ist hier in Bavaria bereits Wirklichkeit. Mit einem innovativen Konzept hatten sich die Verantwortlichen der Aufgabe gestellt, New Work in die Mensakultur zu integrieren. „Der Nutzer steht dabei im Mittelpunkt,“ so Marie Herzog, die das Projekt mit ins Leben rief. „Und die Nutzer sind in diesem Fall nicht nur die Studierenden, die hier essen wollen, sondern auch die Mitarbeiter, die durch ihre geförderte Kreativität dieses Angebot erst möglich machen.“


"Wir wollten der Arbeit in der Küche vor allem ihre Kreativität wiedergeben."

Die Mensa als Traumarbeitsplatz? Zugegeben, an Begriffe wie ‚Cooking Prototypes‘ zur Weiterentwicklung von Menüs mussten sich Teile der Belegschaft erst mal gewöhnen, doch mittlerweile scheinen alle gut in der Zukunft angekommen zu sein.


„Normaler Alltag kann einen wirklich ausbremsen, was kreatives Arbeiten angeht,“ so Sabine Schneider, Geschäftsführerin des Mensakollektivs. Rotierende Aufgaben im Team, inspirierende Aufgaben wie Trendscouting und das Experimentieren mit neuen Zutaten und Gerichten sollen da Abhilfe schaffen.

„Wir wollten der Arbeit in der Küche vor allem ihre Kreativität wiedergeben,“ so Larissa Mieß, Teil des Projektteams, „den Horizont erweitern, neue und unbekannte Zutaten wie die Zebratomate integrieren und dem Küchenteam bewusst Raum für Gestaltung geben.“


Spannend wird nun, wie sich das Mensakollektiv in der kommenden Zeit partizipatorisch ausrichten wird; die Studierenden sind herzlich eingeladen, Menüwünsche einzureichen und danach per App ihr Feedback zu senden. Gleichzeitig werden alle Menüs eine Woche vorher vom kollaborativen Küchenteam ‚testgegessen‘ bevor es auf den öffentlichen Teller gelangt.


Bei all den bevorstehenden Gaumenfreuden bleibt nur eins zu bemängeln: dass unser eigener Studentenausweis zu vergilbt ist, uns Einlass zu gewähren.



Charlotte Wiedemann, freie Journalistin

www.mensakollektiv-bavaria.de



Das Projekt Mensa 2.0: Die Zukunft der Hochschulkantine skizziert vier potentielle Zukunftsszenarien und zeigt Interventionsfelder für Innovationen auf. Die vier Szenarien einer Zukunftsmensa wurden in Form von Zukunftsmahlzeiten und Postern visualisiert und erfahrbar gemacht, sowie in fiktiven Zeitungsartikeln und Fact Sheets beschrieben. Der hier veröffentlichte Bericht ist der letzte von vier Zeitungsartikeln aus der Zukunft.

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