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Mensa 2.0: Wie erforscht man eigentlich die Zukunft?

Wie sieht eine Studierenden-Mensa der Zukunft aus? Wird sie digitaler und in der Lage sein, Lebensmittelverschwendung zu reduzieren? Sollte sie Kreativität in der Küche fördern und kann sie dadurch zu einem attraktiven Arbeitsplatz werden? Welche Art von Essen serviert die Mensa der Zukunft? Könnte künftig Haute Cuisine auf den Tellern der Studierenden landen?

Dies ist nur eine kleine Auswahl an Fragen, die wir uns in unserem Forschungsprojekt Mensa 2.0 auf der Suche nach der Zukunft der studentischen Gemeinschaftsverpflegung gestellt haben. Aber wie erforschen wir eigentlich die Zukunft? Können wir heute schon ins Morgen blicken? Und wenn ja, wie können wir dieses Morgen heute schon vermitteln?


Wenn wir als Food Kompanions in die Zukunft der Mensa blicken, fokussieren wir uns auf die Frage: Wie sollte die Mensa in Zukunft aussehen und funktionieren, damit sie bestmöglich die Anforderungen und Bedürfnisse der Menschen erfüllt und gleichzeitig im Einklang mit der Natur ist?


Entsprechend bezieht sich unsere Forschung also nicht in erster Linie auf die Frage, wie die Zukunft sein WIRD, sondern welche Zukünfte MÖGLICH sind – wenn man sie im Sinne von Mensch und Natur gestaltet.


In unserem Projekt Mensa 2.0 haben wir unterschiedliche Szenarien erarbeitet, die mögliche Zukünfte von Studierenden-Mensen aufzeigen. Zu den Ergebnissen sind wir über eine umfangreiche Trend- und Feldforschung gekommen. Neben der Recherche zu aktuellen Studien und gesellschaftlichen Trends die auf die Gemeinschaftsverpflegung wirken, stand für uns am Anfang eine Skizzierung des Mensa-Kosmos. Wie funktioniert eigentlich eine Mensa und wer ist alles Teil des Mensa Systems? Auf den ersten Blick denkt man häufig an die Studierenden und die Menschen an der Essensausgabe.


Doch der Mensa-Kosmos ist um einiges größer: Auch Köch*innen, Mensa-Betreibende, das Studierendenwerk und die Universität, andere Mensa-Gäste, Zulieferer, Produzierende und die jeweiligen Mitarbeiter*innen prägen das Umfeld der Mensa und beeinflussen es, genauso wie andere Kantinen, die Politik, Foodpreneure und Start-Ups, Restaurants, Catering Unternehmen, Star- und Sterne-Köch*innen sowie Beratungen und Forschung und Entwicklung.

Der Mensa Kosmos

Vier Wochen lang haben wir uns in diesem erweiterten Netzwerk der Mensa bewegt. Basierend auf einem qualitativen, humanzentrischen Ansatz und der Design Thinking Methodologie sind wir im Rahmen unserer Forschung sechs Phasen durchlaufen: Verstehen, Beobachten, Definieren, Ideen und Prototypen entwickeln und Testen.


Wir sind selber Gäste in verschiedensten Mensen und Kantinen gewesen, haben Abläufe beobachtet und miterlebt und mit Menschen mit unterschiedlichsten Perspektiven im Kosmos qualitative Interviews geführt und Best- und Worst Practice Beispiele ausgewertet. Aus den gewonnenen Erfahrungen haben wir relevante Informationen herausgefiltert, indem wir uns auf Überraschendes und Faszinierendes, auf sich wiederholende Muster und Themen, und auf Dinge mit besonderer Relevanz für das heutige Zeitalter konzentriert haben. Die Erkenntnisse haben wir interpretiert und in 23 thematische Handlungsfelder zusammengefasst. Die einzelnen Handlungsfelder haben es uns ermöglicht, uns auf spezifische Herausforderungen zu konzentrieren. Sie zeigen Interventionsmöglichkeiten auf und machen somit deutlich, wo Entwicklung und Innovation nötig und möglich sind. Basierend darauf haben wir unterschiedliche Szenarien für eine Mensa der Zukunft entwickelt, diese als immersive Prototypen nachgebaut und einen Kreis von Menschen eingeladen, die Mensa-Zukünfte zu erleben und uns Feedback zu ihnen zu geben. Das Feedback zu den entwickelten Zukunftsmensen haben wir genutzt, um unsere Prototypen entsprechend anzupassen oder zu erweitern. Das Ergebnis sind vier Zukunftsszenarien, die mögliche Zukünfte der Hochschulkantine im digitalen Netzzeitalter aufzeigen. Hierbei gilt zu beachten, dass die Szenarien überspitzt sind und jeweils eine gewisse Thematik besonders in den Fokus stellen, während die ermittelten Handlungsfelder ein noch breiteres Gestaltungsspektrum bieten. Mit den Szenarien verfolgen wir vor allem das Ziel, den Status Quo herauszufordern und zu provozieren.


Wir wollen aber nicht nur über die Zukunft der Mensa sprechen, sondern haben auch den Anspruch, diese mitzugestalten. Mit der Forschung einher geht somit die Hoffnung, dass die Ergebnisse auch im Heute auf positive Resonanz stoßen und reale Nachahmer*innen finden.

In den kommenden Wochen veröffentlichen wir nach und nach die Ergebnisse des Mensa 2.0 Forschungsprojekts. Also bleibt dran!


Mensa 2.0 ist ein Kooperationsprojekt von dem KErn - Kompetenzzentrum für Ernährung Bayern, der Adalbert-Raps-Stiftung und Food Kompanions.




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