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#SupportYourLocal

Aktualisiert: Mai 11




Mehr denn je zählt es aktuell, wen wir mit unserer Zeit und durch unsere alltäglichen Mahlzeiten unterstützen: Wir legen damit nämlich die Schienen für eine Zeit nach der Krise. Die Entscheidung, wer wirtschaftlich überleben wird, liegt also bei uns allen.

Ein Moment, der uns als Privatpersonen mehr intime Begegnung mit unserer Nahrung gewährt, bringt den ein oder anderen in der Lebensmittelbranche an den Rand einer Existenzkrise. Die wirtschaftlichen Einschränkungen treffen dabei die ganz Kleinen am stärksten. Doch Not macht erfinderisch. Viele Lebensmittelbetriebe haben in kürzester Zeit Ihre Geschäftsmodelle umgestellt, Lieferdienste oder Onlineshops aus dem Boden gestampft und dabei High Speed Kreativität an den Tag gelegt, um diese Phase zu überbrücken.

Deshalb möchten wir euch hier einen Überblick geben, wie ihr gerade die kleinsten Akteur*innen unseres wertvollen Lebensmittelsystems unterstützen könnt. Die Liste wird stetig wachsen, denn das Sprießen neuartiger Lösungen wird so schnell keinen Halt finden.


Held*innen der Grundversorgung

Kennt ihr bereits alle Kleinstbetriebe in eurer Nähe wie Gastronomien, Metzgereien, Bäckereien, Wochenmärkte, Manufakturen und Unverpacktläden? Sicherlich gibt es in eurer direkten Umgebung ganz individuelle Ansätze mit der Situation umzugehen. Auf einer Vielzahl von überwiegend neu entstandenen Plattformen gibt es zahlreiche Möglichkeiten eure direkte Nachbarschaft zu unterstützen:


  • "Die Gemeinschaft” teilt regelmäßig lokale Berliner Initiativen der Gastronomie auf Instagram sowie die Stimmen verschiedener Akteur*innen zur derzeitigen Lage in ihrer Reihe “Comfort Food”

  • Auch eine Initiative der Gemeinschaft ist #facesbehindplates, in der Gastronom*innen zeigen, wer alles hinter den Tellern steckt

  • Das Wiesbadener Kiezkaufhaus ist ein lokaler digitaler Marktplatz, der auch vorher schon etabliert war, und jetzt eine ganz andere Bedeutung bekommt. Jede Stadt braucht das zur Förderung des lokalen, privaten Einzelhandels, wie wir finden!

  • Magdeburg Store / Your Local Magdeburg ist ein digitaler Marktplatz für lokale Händler*innen und Produzent*innen, der aufgrund der Corona-Krise entstanden ist

  • Für Hamburg gibt es eine Plattform, die dabei hilft Küchenpersonal da einzusetzen, wo es gerade am meisten gebraucht wird

  • Eine Bayernweite Plattform und Karte für lokale Helde*innen des Lebensmittelsystems gibt es hier:

  • Helfen.Berlin für Berliner Läden (nicht nur Gastronomie)

  • Die deutschlandweite Plattform Pay Now Eat Later bietet die Möglichkeit, Lieblingskneipe, -cafe oder -restaurant durch den Kauf eines Gutscheins akut zu unterstützen:

  • Slow Food hat eine deutschlandweite Karte erstellt, auf der jede*r seine liebsten Einkaufsmöglichkeiten eintragen kann. Ein riesiges Netzwerk aus Empfehlungen

  • Noch in den Startlöchern stehen folgende Plattformen: Lokalkauf und Please don’t close

  • Die Regio App von der Regionalbewegung ist ein Tool zum Finden kleiner Läden und Erzeuger*innen, deutschlandweit

  • Regiothek zeigt Lieferbeziehungen zur Nachvollziehbarkeit auf, bisher nur im Süden Bayerns

  • Ein Berliner Onlineshop und Lieferdienst, der nur feinste Produkte von lokalen Betrieben anbietet

  • Foodopia ist eine Plattform, die die Kommunikation zwischen Gastronom*innen und Gästen in schwierigen Zeit aufrecht erhalten soll, in dem Änderungen und News des Lieblingslokals den Gast schnell erreichen können



Kreative Köpfe und Geschäftsmodelle

Hier haben wir ein paar herausragende Beispiele der Kreativität für euch zusammengestellt, als Inspiration für eine eigene Initiative oder einfach als Übersicht:


  • Die Pizzeria Gegenüber in Berlin bietet die Möglichkeit, eine #SoliPizza extra zu kaufen, die sie abends in eine Notunterkunft für Obdachlose bringen

  • Bei Broeding in München gibt es das Viergang Menü jetzt gemütlich für Zuhause zum Mitnehmen

  • Lode & Stijn, sonst Fine Dining Restaurant in Berlin, verkauft jetzt am Wochenende selbstgebackenes Brot

  • Bei Malts at Home kann man jetzt ein Whiskey Tasting ganz entspannt von Zuhause aus machen. Den Besuch in verschiedenen schottischen Destillerien gibts über Virtual Reality, die Brille und die einzelnen Proben werden einfach per Post verschickt und die Freunde kommen per Videokonferenz dazu.

  • Der Feminist Food Club hat eine Reihe von Interviews zusammengestellt, von Akteur*innen aus der Gastronomie, die die Corona-Krise auf außergewöhnliche und kreative Art und Weise meisten

  • Aktuell können Seminare und Lehrgänge nicht in Person stattfinden. Auf digitalem Wege kann man dennoch die Kunst des Fermentierens in der Edible Alchemy Academy erlernen

  • Meck-Schweizer ist eine Regionalvermarktungsinitiative aus Mecklenburg Vorpommern


Hände gesucht

Wer Sehnsucht nach mehr Handarbeit hat oder einen neuen Job (auch temporär) sucht, ist hier richtig. Durch das Fehlen vieler Erntehelfer aus dem Ausland ist bei den Landwirt*innen eine große Lücke entstanden. Eure Chance, eine Landwirt*in in eurer Nähe zu unterstützen und am eigenen Leib zu erfahren, was hinter der Produktion von Lebensmitteln steckt.


Sollte hier nichts dabei sein, fragt einfach direkt auf dem Wochenmarkt nach. Aktuell wird auch viel Unterstützung an den Marktständen direkt gesucht. Denkt auch daran, dass für Landwirt*innen die Beständigkeit wichtig ist. Einmal an einem Wochenende zu helfen ist eher wie ein Tropfen auf den heißen Stein. Je mehr Übung ihr beim Ernten bekommt, desto wichtiger ist es regelmäßig zu unterstützen.


Übrigens hat Arte in kürzester Zeit einen Dokumentarfilm zu diesem Thema gedreht und lässt uns hinter die Kulissen bei Ernten trotz Corona blicken.


Autark leben

Gerade in Krisensituationen bekommt man schnell das Bedürfnis nach Unabhängigkeit und Autarkie. Es ist nie zu spät in die Lebensmittelproduktion für den Eigenbedarf einzusteigen - Corona hin oder her. Hier habt ihr die Möglichkeit dazu:

  • Werde Teil einer SoLaWi

  • Ein andere Möglichkeit der Solidarischen Landwirtschaft ist es Höfe vom Sterben zu bewahren und diese mit Aktien zu unterstützen. Das kann man zum Beispiel über die Regionalwert AG

  • Und falls ihr selber autark in die Lebensmittelproduktion für den eigenen Gebrauch gehen wollt, dann könnt ihr euch eine Parzelle beim Bauerngarten anmieten


Vom Feld auf den Teller

Auch über die Wege der Direktvermarktung könnt ihr Landwirt*innen direkt unterstützen, die nun durch die Gastronomie keine Abnehmer*innen mehr finden:


  • Über Marktschwärmer könnt ihr Produkte direkt von Landwirt*innen bestellen und in einem Pop-up Markt in eurer Nähe direkt von ihm entgegennehmen. Oder vielleicht habt ihr ja die Zeit selbst einen Markt auf die Beine zu stellen...

  • Crowdfarming ist eine internationale Form solidarischer Landwirtschaft. Ganz im Sinne “von lokal zu lokal” können dort Patenschaften für Pflanzen, Felder bis hin zu Käse übernommen werden. So gebt ihr den Produzenten jetzt schon Sicherheit, und erhaltet die Produkte wenn sie am Ende der Saison geschaffen wurden.

  • Lokale Produkte aus der Region gibt es auch direkt nach Hause geliefert

  • in Hamburg und der Rhein-Main Gegend bei Frischepost

  • In der Region um Stuttgart über B2

  • In Berlin über Landkorb, Märkische Kiste, Obergudt und Pielers

  • In München über Etepetete für krummes Gemüse, Trübenecker, Hofladen-Bayern oder das Kartoffelkombinat

  • Im Sauerland über Hofladen Sauerland

  • Um Fürth mit der Hofladenbox

  • In Münster über Anni’s Bauernbox

  • In Hannover im Hofladen Talente

  • In Reutlingen, Tübingen, Metzingen, bis Neu-Ulm über die Albbiokiste

  • Deutschlandweit über die Ökokiste

  • Deutschlandweite Lieferung vor der Tonne geretteter Lebensmittel über die Sirplus Retterbox

  • Sowie auch deutschlandweite Lieferungen von vielen einzelnen Höfen im Online Shop wie zum Beispiel von Brodowin, PlantAge, Ogrosener Landkiste


Sonntagsbraten vom Hof

Bei diesen Adressen bekommt ihr hochwertiges und faires Fleisch direkt von Produzent*innen zur Selbstabholung oder bis vor die Haustür deutschlandweit geliefert:


Eins wird hieraus deutlich, COVID-19 treibt auch die Digitalisierung in Deutschland voran und wird unser Einkaufs- und Konsumverhalten nachhaltig prägen. Eine Zeit, in der physische Distanz wichtig ist, zeigt, dass digitale Lösungen für die soziale Vernetzung sinnvoll eingesetzt werden können. Jetzt werden viele digitale Hemmschwellen überwunden und Geschäftsmodelle werden ermöglicht, die in einer analogen Welt nicht denkbar wären.


Wenn ihr weitere tolle Konzepte kennt, dann teilt diese mit uns unter start@foodkompanions.com, damit wir diese hier in der Liste aufnehmen und damit für eine breitere Masse zugänglich machen können.



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